Mit der Transsibirischen Eisenbahn von Europa nach Asien

von Gillian Müller

Wann ist die beste Reisezeit, um den langen Weg von Europa nach China auf den Schienen der Transsibirischen und Transmongolischen Eisenbahn zurückzulegen? Obwohl die verschneiten Winterlandschaften, die an den Zugfenstern vorbeiziehen und die unvorstellbar tiefen Temperaturen von Sibirien ein einmaliges Erlebnis sind, entschliesse ich mich, die Reise noch vor dem Winter zu unternehmen. Die Herbstreise ist für mich genau richtig – von Schneegestöber und Minustemperaturen, über Sonnenschein und T-Shirtwetter erlebe ich alles. Um den einsamen Stunden im Zug vorzubeugen, schliesse ich mich einer internationalen Reisegruppe an und begebe mich mit sieben Zugfans aus aller Welt auf die weite Reise von St. Petersburg nach Beijing.
  • Die Eremitage

    Die Eremitage

    Gleich nach meiner Ankunft in St. Petersburg mache ich mich auf den Weg und spaziere der Nevsky Avenue entlang zur weltberühmten Eremitage. Das bekannteste Gebäude der Eremitage ist der Winterpalast, der mit seinem helltürkisfarbenen Anstrich in jedem Wetter erstrahlt. Die Eremitage ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen weltweit und um alle ausgestellten Schätze zu besichtigen, muss man mindestens zwei volle Tage einrechnen.

  • Das goldene Zimmer

    Das goldene Zimmer

    Neben den zahlreichen Bildern und Gemälden faszinieren mich vor allem die verschiedenen im Originalzustand erhaltenen Zimmer im Winterpalast. In der Bibliothek würde ich mich am liebsten hinsetzen und zu lesen beginnen und im goldenen Zimmer komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Die Räume sind mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, dass ich immer wieder etwas Neues entdecke.

  • Die Katzen der Eremitage

    Die Katzen der Eremitage

    Dieses Strassenschild ist einmalig auf der Welt und eine Spezialanfertigung für die Eeremitage. Seit jeher ist die Eremitage nicht nur ein Kunstmuseum, sondern auch die Heimat von über 50 lebendigen Katzen. Die Tiere wurden in die Eremitage einquartiert, um den Mäusen den Kampf anzusagen und die kleinen Nager aus den Räumlichkeiten zu vertreiben.

  • Susdal

    Susdal

    Auf dem Weg von St. Petersburg nach Moskau plane ich eine Übernachtung in Susdal, eine der ältesten Städte Russlands, ein. Das Stadtbild ist geprägt von Kirchen, Klöstern und Kathedralen mit ganz eigenem Baustil aus weissem Kalkstein oder Holz. Das Glockenspiel im Erlöser-Euthymios-Kloster ist für mich höchste Kunst der Musik und sollte bei einem Besuch in Susdal unbedingt mit eingeplant werden.

  • Die Metrostationen Moskaus

    Die Metrostationen Moskaus

    Moskau ist bekannt für seine Metrostationen, die fast schon als kleine Museen gehandelt werden. Mit unserem Guide schauen wir uns die schönsten Stationen an und sind bei der Ansage jeder einzelnen Station gepsannt, was uns in den unterirdischen Gängen erwartet.

  • Ein magischer Moment

    Ein magischer Moment

    Meine Zeit in Moskau beschränkt sich leider auf nur zwei Tage. Schon seit meiner Ankunft in dieser spannenden Stadt freue ich mich auf den einen magischen Moment, wenn ich auf dem roten Platz stehe und die Basilius-Kathedrale endlich live betrachten kann.

  • Eishockey

    Eishockey

    Mit etwas Glück komme ich an Tickets für ein Eishockeyspiel des HK ZSKA Moskau. Die Stimmung im Stadion ist sehr friedlich und die Fangesänge kommen fast ausschliesslich aus Kinderkehlen – ein perfekter Sonntagnachmittag für Väter mit ihren Kindern. Das spannende Spiel gewinnt der HK ZSKA, und wir verlassen in einer Meute von glücklichen Fans das Eisstadion.

  • Transsibirische Eisenbahn

    Transsibirische Eisenbahn

    Mit dem Nachmittagszug verlassen wir Moskau in Richtung sibirisches Niemandsland. Ich bin so gespannt und auch ein wenig nervös, denn die nächsten vier Tage und Nächte werde ich den Zug nur bei kurzen Stopps verlassen können, um mir meine Beine auf den Bahnsteigen ein wenig zu vertreten und frische Luft zu schnappen. Das wichtigste Utensil für die langen Bahnfahrten ist der sogenannte «Kruschka», der Teekrug. In jedem Bahnwagon steht den Reisenden heisses Wasser für Tee oder Instantgerichte zur Verfügung. Zusätzlich gibt es einen Speisewagen, wo eine kleine Auswahl an einfachen Gerichten und Getränken serviert wird.

  • Das einfache Leben in der Bahn

    Das einfache Leben in der Bahn

    Das Leben in den Waggons der Transsibirischen Eisenbahn ist sehr einfach, aber trotzdem komfortabel und sehr gesellig. Die beiden Schaffner, die für «Zucht und Ordnung» in unserem Wagen zuständig sind, halten die Gänge und Toiletten sehr sauber. Nach dem zweiten Tag fängt das Eis langsam an zu brechen, und wir gewinnen den strengen Russen ab und zu ein Lächeln ab. Jede Zugkombination hat einen Speisewagen, wo wir regelmässig ein Bierchen trinken und uns mit anderen Reisenden austauschen.

  • An den Ufern des Baikalsees

    An den Ufern des Baikalsees

    Noch vor Sonnenaufgang kommen wir am Morgen des fünften Tages in Irkutsk an. Ich muss zugeben, ein wenig Wehmut ist schon dabei, wenn ich daran denke, mein kleines Zuhause der letzten paar Nächte zu verlassen. Aber ich freue mich wahnsinnig auf die Natur und die Menschen am Baikalsee, unserem nächsten Ziel. Die Fahrt von Irkutsk nach Bolshoi, ein kleines Dorf direkt am Ufer des grossen Süsswassersees, ist unglaublich schön. Wir passieren kleine Dörfer und verschneite Wälder. Die traditionelle russische Musik, die aus den Boxen unseres Fahrers ertönt, rundet das Erlebnis ab.

  • Bolshoi – ein kleines Dorf am Baikalsee

    Bolshoi – ein kleines Dorf am Baikalsee

    Unsere Unterkunft liegt in Bolshoi, einem kleinen Dorf direkt am Ufer des Lake Baikal. Im Dorfladen treffen sich die Einheimischen um die wichtigsten Dinge einzukaufen und die neusten Nachrichten aus der Gegend auszutauschen. Ab Bolshoi starten einige Trekkingtouren in die nahe gelegenen Hügel und dem See entlang.

  • Homestay

    Homestay

    Am Lake Baikal komme ich den Genuss von einer Übernachtung in einem traditionellen Homestay. Unser Guide Eugene und seine Eltern sind so herzliche Gastgeber, dass selbst die Sprachbarriere nach ein paar Minuten vergessen ist und wir alle zusammen russische und englische Volkslieder in Gitarrenbegleitung singen.

  • Angara – der Eisbrecher des Lake Baikal

    Angara – der Eisbrecher des Lake Baikal

    Zurück in Irkutsk erhalten wir eine Führung durch den früheren Eisbrecher «Angara». Der Eisbrecher wurde um 1900 in England hergestellt und in Einzelteilen, jedoch ohne komplette Bauanleitung, nach Russland gebracht. Die russischen Ingenieure konnten das Schiff leider nicht zusammenbauen und mussten auf Hilfe aus England warten. Nach der Jungfernfahrt hat die «Angara» über 60 Jahre das Eis des zugefrorenen Baikalsees gebrochen und die Reisenden und Güter vom einen Ufer zum anderen gebracht.

  • Die Holzhäuser von Irkutsk

    Die Holzhäuser von Irkutsk

    Am Nachmittag mache ich einen Spaziergang durch das Stadtzentrum von Irkutsk. Die vielen alten und traditionellen Holzhäuser faszinieren mich. Die Holzbalken, Fenster und Türen sind bei einigen Häusern so schief, dass ich mich wundere, wie die Häuser noch stabil stehen können. Der Sonnenschein trügt – schon im Oktober ist es eisigkalt in Sibirien.

  • Trockenfisch und Kaviar

    Trockenfisch und Kaviar

    Ich liebe Märkte aller Art und lasse keine Chance aus, zwischen den lokalen Marktständen hin und her zu schlendern und die Köstlichkeiten und Kunsthandwerke zu bestaunen. In Irkutsk finde ich vor allem am Fischmarkt Gefallen. Das Hauptangebot der vielen Stände sind Trockenfisch und frischer Kaviar.

  • Gandan-Kloster Ulan Bator

    Gandan-Kloster Ulan Bator

    Unsere Reise führt uns weiter auf der Strecke der Transmongolischen Eisenbahn nach Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei. Der Verkehr in der Stadt ist der Horror, und ich bin froh, als wir zum autofreien Gandan-Kloster kommen. Das Kloster besteht aus verschiedenen Komplexen und gilt als Heimat für die dort praktizierenden Mönche.

  • Das Monument des Dschingis Khan

    Das Monument des Dschingis Khan

    Wir verlassen Ulan Bator kurz nach Sonnenaufgang. Nach etwa zwei Stunden Fahrt taucht plötzlich das Monument des grossen Dschingis Khan auf. Er thront auf seinem Pferd, auf dessen Kopf eine Aussichtsichtsplattform integriert ist. Die Aussicht von hier oben ist einfach grandios: Kleine Hügel, Felder und überall schiessen die traditionellen Jurten wie Pilze aus dem Boden.

  • Die Jurten im Terelj-Nationalpark

    Die Jurten im Terelj-Nationalpark

    Die kommende Nacht verbringen wir in der Behausung der mongolischen Nomaden – in sogenannten Jurten. Eine Jurte besteht aus einem Holzgestell, mehreren Isolationsschichten und einem zentral aufgebauten Ofen, mit dem der Innenraum in den kalten Winternächten geheizt wird.

  • Meditationszentrum

    Meditationszentrum

    Wir nutzen die letzten Sonnenstunden des Tages für eine kurze Wanderung ins Nachbartal zu einem wunderschön gelegenen Meditationszentrum. Das Zentrum ist wirklich ein magischer Ort der Entspannung. Beim Betreten des farbig geschmückten Hauptraumes spüre ich sofort eine sehr angenehme Stimmung. Ich setze mich in eine ruhige Ecke und geniesse ein paar Minuten für mich selbst.

  • Bahnhofsalltag

    Bahnhofsalltag

    Die letzte Etappe unserer Bahnreise führt uns über die chinesische Grenze nach Beijing. Bei einem der letzten kurzen Stops in der Mongolei decken wir uns mit Proviant für die nächsten Stunden ein. Der Grenzübergang von der Mongolei nach China hat es nämlich in sich. Da China eine andere Spurbreite der Zugschienen hat, muss in aufwändiger Arbeit das Fahrgestell des Zuges gewechselt werden. In dieser Zeit müssen alle Passagiere in einer Wartehalle ausharren. Wir verkürzen uns die Wartezeit mit Gesellschaftsspielen und unterhalten mit unseren Phantomime-Vorstellungen gefühlt jeden in der Bahnhofshalle.

  • Ankunft in Beijing

    Ankunft in Beijing

    Nach drei spannenden aber auch sehr anstrengenden Wochen zwischen Europa und Asien, unvergesslichen Momenten und prägenden Begegnungen kommen wir in Beijing an. Obwohl der Bahnsteig mit dem inzwischen leeren Zug eher eine triste Szene ist, machen alle Reisenden ihre Erinnerungsfotos, und die Erleichterung über die Ankunft in China liegt spürbar in der Luft. Meine Reise mit der Gruppe endet zwar in Beijing, aber für mich gibt es noch ein paar weitere Highlights in China, die auf mich warten. Aber jetzt will ich erst mal einen Bubble Tea trinken und ein paar Dumplings essen...

  • Die Chinesische Mauer

    Die Chinesische Mauer

    Auf die Bucket List einer jeden Chinareise gehört für mich der Besuch der Chinesischen Mauer. Es lohnt sich, etwas mehr Zeit einzuplanen und an die weiter von Beijing entfernten Orte zu fahren, um die grossen Touristenmassen zu umgehen. Ich bewandere die Mauer auf etwa 20 Kilometern und sehe so eine Mischung aus alter, nicht restaurierter Mauer und der neuen prunkvoll hergerichteten Touristenattraktion. Der Ausflug zur Chinesischen Mauer ist der beste Abschluss einer unvergesslichen Reise.

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Tipps

  • Die Eremitage in St. Petersburg zeigt eine der bedeutendsten Kunstsamlungen weltweit. Kunstfans plant genügend Zeit ein!

  • Einen Abstecher nach Susdal (Russland) einplanen – ein schöner Kontrast zu den Grossstädten.

  • In der Transsib kann man sich sehr gut auch gesund ernähren und muss nicht auf Instant Noodles zurückgreifen.

  • Ein kurzer Schwumm im Lake Baikal ist auch bei Temperaturen unter 10 Grad ein grosser Spass.

  • Leichte Kleidung und Shorts helfen, die stark geheizten Waggons in der transsibirischen Eisenbahn zu ertragen.

  • Ein Zweitagesausflug zur Chinesischen Mauer lohnt sich um die ursprünglichen und die restaurierten Teile der Mauer zu bewandern.

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