Äthiopien - Trekking- und Kulturreise

von Sven Aebersold

Im April 2007 unternehme ich mit meinem Reisekameraden Pascal eine lange herbeigesehnte Reise in den Norden Äthiopiens. Unser Ziel ist vor allem die Region der Simien Mountains, wo ein mehrtägiges Trekking als Highlight der Reise auf dem Programm steht. Aber auch die berühmten Steinkirchen in Lalibela wollen wir besuchen. Nach mehreren Reisen in anderen Regionen Afrikas kann ich mir etwa vorstellen, was uns in Bezug auf Armut und Elend der einheimischen Bevölkerung erwartet. Ein paar Male müssen wir trotzdem leer schlucken angesichts der ärmlichen und harschen Verhältnisse, in denen vor allem die Bergbevölkerung leben muss. Trotz allem spüren wir aber den unbändigen Stolz dieses Volkes. Als einzige Nation Afrikas wurde Äthiopien nie kolonialisiert, abgesehen von einem kurzen, gescheiterten Gastspiel der Italiener. Hungersnöte, kriegerische Auseinandersetzungen mit Eritrea, Truppengefechte in Somalia. Die Nachrichtenerstattung aus Äthiopien beschränkt sich vorwiegend auf solche Mitteilungen. Dementsprechend angekratzt ist auch das Image dieses stolzen Landes. In Wahrheit handelt es sich aber, um ein sehr sicheres Reiseland mit fantastischen Landschaften, wunderschönen Menschen sowie einer der reichsten Kulturen Afrikas.
  • Der Startpunkt für unser Trekking ist Debark auf einer Höhe von 2880 m.ü.M mit einem sehr angenehmen Klima. Wir organisieren eine Begleitmannschaft, bestehend aus Trägern, obligatorischen Führern, einer Köchin und Maultieren. Eine solch grosse Begleitmannschaft entspricht nicht gerade unserer Vorstellung vom unbeschwerten, individuellen Wandern. Aufgrund der Vorschriften, unserer nicht vorhandenen Amharischkenntnisse und der Tatsache, dass praktisch alle Lebensmittel mitgeschleppt werden müssen, können wir uns aber doch an den Gedanken gewöhnen, von einem halben Bataillon begleitet zu werden. Zudem sind die Einheimischen auf solche Möglichkeiten angewiesen, um ein karges Einkommen zu verdienen.

    Debark

    Der Startpunkt für unser Trekking ist Debark auf einer Höhe von 2880 m.ü.M mit einem sehr angenehmen Klima. Wir organisieren eine Begleitmannschaft, bestehend aus Trägern, obligatorischen Führern, einer Köchin und Maultieren. Eine solch grosse Begleitmannschaft entspricht nicht gerade unserer Vorstellung vom unbeschwerten, individuellen Wandern. Aufgrund der Vorschriften, unserer nicht vorhandenen Amharischkenntnisse und der Tatsache, dass praktisch alle Lebensmittel mitgeschleppt werden müssen, können wir uns aber doch an den Gedanken gewöhnen, von einem halben Bataillon begleitet zu werden. Zudem sind die Einheimischen auf solche Möglichkeiten angewiesen, um ein karges Einkommen zu verdienen.

  • Nachdem wir dem lokalen Laden den halben Jahresumsatz beschert haben, sind wir bereit für das 7-tägige Trekking im Simien Mountains National Park.

    Debark

    Nachdem wir dem lokalen Laden den halben Jahresumsatz beschert haben, sind wir bereit für das 7-tägige Trekking im Simien Mountains National Park.

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    Simien Mountains

    Schon bald tauchen wir ein in die grandiosen Landschaften. Zu unseren Füssen, 1500 Meter weiter unten, breitet sich die Weite des nordäthiopischen Flachlandes aus. Wir spähen Richtung Axum, der früheren Hauptstadt des Königreiches von Axum. Natürlich ist diese viel zu weit weg, als dass man etwas erkennen könnte. Aber der grandiose Ausblick lässt uns nicht los. Die Steilwände des canyonartigen Abbruches verschlagen uns die Sprache.

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    Simien Mountains

    Ein Vergleich mit dem Grand Canyon in Arizona ist nicht weit hergeholt.

  • Für mich noch viel faszinierender und schöner als die atemberaubenden Landschaften sind die Menschen. Wunderschöne, stolze Gesichter, die scheu und dennoch neugierig uns Weitergereisten mit grossen Augen beobachteten.

    Simien Mountains

    Für mich noch viel faszinierender und schöner als die atemberaubenden Landschaften sind die Menschen. Wunderschöne, stolze Gesichter, die scheu und dennoch neugierig uns Weitergereisten, mit grossen Augen beobachteten.

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    Simien Mountains

    Die Rollenverteilung ist klar, die Mädchen schleppen die Wasserkanister, die Jungs schauen zum Vieh und zu den Ziegen.

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    Simien Mountains

    Dieser kleine Junge kommt mit einem altersschwachen Huhn daher und will es uns verkaufen. Auf unserem Menüplan stehen aber wieder einmal Knoblauchspaghetti und somit darf das Federvieh noch ein wenig weitergackern. Nicht allzu lange zwar, denn kurz darauf landet es im Suppentopf einer französischen Reisegruppe.

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    Simien Mountains

    Nach der Durchquerung der ersten kleineren Schlucht erreichen wir ein Hochplateau mit unzähligen «Giant Lobelias», einer palmenähnlichen Pflanze, die aber nur bis zu drei Meter hoch wird. Unser bewaffneter Scout Saïd zeigt auf eine Ansammlung brauner Punkte am Horizont. Wir kneifen die Augen zusammen und erkennen nun auch eine grosse Gruppe Gelada Baboons.

  • Die Geladas sind die einzige weidende Affenart der Welt und die Nachfahren einer einstmals über ganz Afrika verstreuten Spezies. Das auffälligste Merkmal ist ein sanduhrförmiger, haarloser Fleck auf der Brust, der insbesondere in der Brunftzeit knallrot ist. Wir sind ganz aufgeregt, denn diese faszinierenden Primaten sind für uns einer der Hauptgründe, warum wir hierher gereist sind. Gespannt und auf den Zehenspitzen nähern wir uns der Gruppe von ca. 200 Tieren. Als wir uns dann, bis auf wenige Meter an unsere haarigen Verwandten herangepirscht haben, stellt sich heraus, dass wir weitaus begeisterter sind über unser Zusammentreffen, als die Primaten. Sie schauen kurz zu uns auf, inspizieren uns von Kopf bis Fuss, um sich gleich wieder den viel interessanteren Wurzeln und Gräsern zu widmen, die sie unablässig mit ihren filigranen Fingern aus dem Boden reissen und in sich hineinstopfen.

    Simien Mountains

    Die Geladas sind die einzige weidende Affenart der Welt und die Nachfahren einer einstmals über ganz Afrika verstreuten Spezies. Das auffälligste Merkmal ist ein sanduhrförmiger, haarloser Fleck auf der Brust, der insbesondere in der Brunftzeit knallrot ist. Wir sind ganz aufgeregt, denn diese faszinierenden Primaten sind für uns einer der Hauptgründe, warum wir hierher gereist sind. Gespannt und auf den Zehenspitzen nähern wir uns der Gruppe von ca. 200 Tieren. Als wir uns dann, bis auf wenige Meter an unsere haarigen Verwandten herangepirscht haben, stellt sich heraus, dass wir weitaus begeisterter sind über unser Zusammentreffen, als die Primaten. Sie schauen kurz zu uns auf, inspizieren uns von Kopf bis Fuss, um sich gleich wieder den viel interessanteren Wurzeln und Gräsern zu widmen, die sie unablässig mit ihren filigranen Fingern aus dem Boden reissen und in sich hineinstopfen.

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    Simien Mountains

    Wir sind überrascht, wie nahe sie uns an sich heranlassen und wie ungestört wir sie beobachten können. Die eigenartigsten Geräusche erfüllen die trockene Luft und ab und zu jagen ein paar halbstarke Männchen hintereinander her. Kleintiere reiten auf dem Rücken der Mütter und versuchen, das Verhalten und die Nahrungsaufnahme der Eltern nachzuahmen. Diese Tiere sind nicht gewohnt, von Menschen gefüttert zu werden, und sind daher auch in keiner Weise aggressiv oder aufdringlich.

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    Simien Mountains

    Misstrauischer und dennoch neugieriger Blick.

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    Simien Mountains

    Am fünften Abend zücke ich eine kulinarische Trumpfkarte und überrasche meinen Reisekameraden Pascal mit einer Büchse Caramelcreme aus der Schweiz. Vielleicht etwas dekadent, diese so weit mitzuschleppen, aber die Freude ist gross, denn wir haben auf jeden Fall schon lange nichts Feineres mehr gegessen.

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    Simien Mountains

    Our home is our castle.

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    Simien Mountains

    Abendstimmung vom Camp aus. Rinderherden vor dem Sonnenuntergang.

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    Simien Mountains

    Nach 6 Tagen heisst es Abschied nehmen von unserer Truppe. Auf dem Bild ganz rechts Marie, unsere Knoblauchgöttin, die uns mit ihren Kochkünsten verwöhnt hat.

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    Gondar

    Injera ist die äthiopische Hauptspeise. Mit einer besonderen Hirseart, Teff, werden crêpe-ähnliche Fladen gebacken und mit verschiedenen Saucen serviert. Es schmeckt besser, als es aussieht, glaubt mir.

  • Diese aus dem Stein gehauenen Felskirchen sind sehr eindrücklich und einzigartig.

    Lalibela

    Diese aus dem Stein gehauenen Felskirchen sind sehr eindrücklich und einzigartig. Tiefe Religiosität kennzeichnet das Leben und die Bräuche der Äthiopier. 50% der Bevölkerung gehören der orthodox-christlichen Religion an, 33% dem Islam. Die Religion und der Glaube sind allgegenwärtig, werden gelebt und zelebriert

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    Lalibela

    Hier werden die Gebote noch in Stein gehauen.

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