Mit dem Zug durch Polen

von Patricia Schürch

Wer will schon nach Polen... ? Ich und mein Reisebuddy! Da wir beide keine Lust auf Mietauto haben, durchqueren wir das Land Mit dem Zug. Das Zugnetz ist überraschend gut. Da unsere Zeit etwas begrenzt ist, konzentrieren wir uns auf die grösseren und bekannteren Städte des Landes. Unterwegs treffen wir alte Bekannte meiner Eltern, Freunde von Festivals, trinken Wodka und lernen viel über die polnische Geschichte, die Kultur und Gastfreundschaft. Polen ist ein vielfältiges und interessantes Land.
  • Südpolnische Stadt. Wunderbarer Altstadtkern mit unzähligen Sehenswürdigkeiten. Es lohnt sich einige Tage einzuplanen. Die Restaurants rund um den Hauptmarkt sind verhältnismässig sehr teuer. Der Marienkirchturm muss unbedingt gebucht (vor Ort) werden, sonst kommt man fast nicht mehr an Tix ran.

    Krakau von oben

    Schon nach der Ankunft in Krakau bin ich von der Stadt begeistert. Die mittelalterliche Altstadt rund um den Hauptmarkt ist wunderschön und mit vielen gemütlichen Restaurants, Cafes und Bars belebt. Als Touristenattraktion gibt es geschmückte Pferdekutschen. Vom hohen Kirchenturm der Marienkirche aus hat man den perfekten Rundumblick über die Stadt.

  • Die Markthalle beherbergt unter anderem auch das Museum für polnische Kunst.

    Krakauer Markthalle

    Direkt am Hauptmarktplatz im Zentrum von Krakau befindet sich das wunderschöne Gebäude der Markthalle. Auf dem Platz davor zeigen Strassenkünstler ihr Können und Touristen geniessen den tollen Anblick.

  • Die Burg liegt toll oberhalb der Weichsel und man kann von dort direkt runter an den Fluss gelangen. Die Burg hat eine sehr spannende Geschichte, es lohnt sich also eine Tour zu machen oder per Audioguide unterwegs zu sein.

    Burg Wawel

    In Krakau gibt es unzählige schöne Gebäude und tolle Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Jüdische Viertel oder die Burg Wawel. König Kasimir III. (Kasimir der Grosse) hatte die Burg im 13./14. Jahrhundert erbauen lassen.

  • Ein Ausflug nach Auschwitz/Birkenau kann problemlos vor Ort gebucht werden. Es werden dann geführte Audiotouren gemacht. Touristen zahlen einen viel höheren Preis als Einheimische.

    Arbeit macht frei

    In meinem Leben bin ich noch nie so lange still gewesen wie an unserem Tagesausflug nach Auschwitz/Birkenau. Was dort geschah, war die reinste Hölle. Es ist unverständlich und unvorstellbar. Dieser Tagesausflug geht mir durch Mark und Bein.

  • KZ Auschwitz Birkenau ist der zweite viel grössere Komplex und ca. 3km vom ursprünglichen KZ Auschwitz entfernt. Auf den Tagestouren werden beide besucht. Während Auschwitz 1 noch mehr oder weniger komplett erhalten ist, sind viele Gebäude wie auch die unterirdischen Gaskammern in Auschwitz 2 (Birkenau) zerstört.

    Bahnsteig zur Hölle

    Nachdem mich bereits das KZ Auschwitz erschüttert hat, ist mir das weitaus grössere Vernichtungslager Birkenau fast zu viel. Der ganze Komplex hat auf mich eine extrem bedrückende Ausstrahlung und die Gedanken an die Millionen Opfer des deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager sind für mich unvorstellbar grausam. Der Ausflug ist nichts für schwache Nerven, lohnt sich aber trotzdem.

  • So viele Arten Wodka und Branntweine wie in Polen habe ich sonst noch nirgendwo gesehen. Der Alkohol dort ist extrem günstig und das Nightlife in Krakau macht richtig Spass!  In den "Wodki i Piwa" trifft man auch viele Einheimische.

    Na zdrowie!

    Nach so viel polnischer Geschichte gönnen wir uns mit einer Bekannten aus der Region etwas polnische Kultur und trinken wie es sich gehört ordentlich Wódka... Überhaupt bietet das Nachtleben in Krakau viel. Wer nicht alleine unterwegs sein möchte, schliesst sich einem Pubcrawl an oder findet einfach neue Freunde aus ganz Europa in den Bars und Clubs.

  • Diese Region ist für Touristen nicht wirklich attraktiv, es hat nicht vieles was sich zu sehen lohnt, respektive wurden diese Dinge bis jetzt nicht entdeckt... ;-) Die Leute dort sind wirklich extrem freundlich.

    Ländliches Zentralpolen

    Von der touristischen Stadt Krakau aus begeben wir uns in ein kleines Örtchen in der Nähe von Koluszki in Zentralpolen. Viele Touristen verirren sich definitiv nicht hierher. Wir erleben Polen von seiner ursprünglichen Seite. Es gibt viele kleine Landwirtschaftsbetriebe und viele Leute sprechen ausschliesslich Polnisch, sind aber extrem gastfreundlich.

  • Die Polen sind ein wirklich sehr freundliches Volk, das Essen ist währschaft und zu jedem Anlass wird natürlich viel getrunken.

    Polnische Gastfreundschaft

    Natürlich hat es uns nicht grundlos in dieses verschlafene Kaff verschlagen. Hier wohnen Bekannte meiner Mama, die ich das letzte Mal vor zehn Jahren gesehen habe. Die Freude über unseren Besuch ist gross. Die Kinder werden kurzerhand umquartiert, so dass wir ein eigenes Zimmer haben, das Essen ist lecker und immer (zu) viel. Wie der Zufall es will, findet heute ein Fussballspiel statt – die Polen lieben Fussball! Wir haben das Vergnügen, einen Abend lang mit Wodka, "Knabbersachen" und der ganzen Familie das Spiel am TV mitzuverfolgen. Was für ein tolles Erlebnis!

  • Die Stad lohnt sich für mindestens 2-3 Nächte. Das Stadtzentrum mit dem gotischen alten Rathaus und dem Marktplatz ist sehr schön.

    Partynacht in Breslau

    Eigentlich sollte unsere Reise weiter in den Norden gehen, nach einer Nachricht von einem Freund, den ich in Holland kennengelernt habe, entscheiden wir uns aber für einen kurzen Abstecher nach Breslau. Breslau ist eine bekannte Studentenstadt und hat einen wundervollen Altstadtkern rund um den Marktplatz. Schade sind wir nur für das Nachtleben da – das Wiedersehen mit Freunden ist aber immer wieder schön.

  • Mit einer Hop on Hop off Bustour kommt man super voran mit den Sehenswürdigkeiten in und rund um Danzig. Die Touren bringen einem sogar bis Westerplatte.

    Weltuntergangsstimmung in Nordpolen

    Im Norden angelangt, hat auch das Wetter umgeschlagen. Es ist kühl und regnerisch. Wie das ganze Land hat auch Danzig eine Vielzahl von verlassenen Orten: alte Fabriken, der alte Hafen oder die Ruinen bei Westerplatte...

  • Abgesehen von dem Mahnmal und einigen Ruinen gibt es auf der Halbinsel Westerplatte nicht wirklich viel spannendes für die Touristen. Wer sich aber für Geschichte interessiert sollte den Ausflug machen.

    Westerplatte

    Westerplatte ist eine Halbinsel ganz im Norden. Hier steht ein berühmtes Mahnmal das an den 1. September 1939 erinnert. Dann wurde nämlich das Gebiet beschossen und ein Munitionslager zerstört. Dieser Angriff gilt als Beginn des Zweiten Weltkrieges.

  • Danzig lohnt sich für min. 2-3 Nächte, die Stadt ist super schön, hat viele Sehenswürdigkeiten, gutes Essen und gute Bars.

    Gdansk – Danzig

    Danzig ist sicher auch eine der schönsten und bekanntesten Städte in Polen. Nicht nur durch den geschichtlichen Hintergrund, sondern auch durch das tolle Stadtzentrum mit den farbigen Häuser. Bei schönem Wetter könnte ich hier stundenlang herumflanieren.

  • Unzählige Kirchen in Warschau

    Unzählige Kirchen in Warschau

    Die letzte Etappe führt uns nach Warschau. Da wir unterwegs etwas mehr Zeit gebraucht haben als geplant, bleibt uns leider nur noch eine Nacht in dieser grossen und sehr schönen Stadt. Warschau hat eine unglaubliche Dichte an verschiedenen Gotteshäuser. Einige davon sind sehr bekannt und richtige Wunderwerke der Architektur.

  • Zurek

    Zurek

    An unserem letzten Abend in Polen genehmigen wir uns nochmals ein typisch polnisches Abendessen. Es ist einfach lecker! Die lokale Küche ist sehr währschaft. Sie besteht aus vielen Eintöpfen, Suppen, Aufläufen, Teigtaschen usw. Mein Favorit ist neben den "Pierogi" definitiv die "Zurek". Das ist eine säuerliche Suppe, meist mit Speck oder Wurst, Gemüse, Kartoffeln und Sauerrahm, serviert in einer Suppenschüssel aus Brot.

  • Polen

    Don't forget to go home...

    Mein Fazit von Polen: "Don't forget to go home."
    Polen ist ein unglaublich faszinierendes Land mit einer erschütternden Geschichte. Ich glaube das Land und auch die Leute werden oft unterschätzt.

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Angaben Reisebericht

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BeraterInPatricia Schürch
ZielEuropa
Reiseart

Erlebnisreisen, Aktivreisen, Kurztouren, Zugreisen

Weitere Reiseberichte

Tipps

  • Auf einer mehrtägigen Wanderung die wunderschönen Landschaften der Masuren entdecken.

  • Im Sommer lohnt sich ein Abstecher an die Ostsee, um ein bisschen die Seele baumeln zu lassen.

  • In einer Bar die unzähligen Soplica-Wodka-Sorten durchprobieren und mit den Einheimischen quatschen.

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