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Niels Ackermann - Die Kinder von Tschernobyl sind erwachsen


Preisträger World Photo 2014

  • 01_PhotoNielsAckermann_20120607word photo low_res

    Ich kam nach Slavutych, um die unverfälschte sowjetische Architektur der Stadt zu fotografieren. Es war todlangweilig. Eines Abends jedoch traf ich während eines Spaziergangs im Park Yulia: eine junge Frau aus der Stadt. Sie war betrunken, knutschte mit einem Typen und sagte zu mir: «Du kannst fotografieren, was immer du willst, solange meine Mutter nicht erfährt, dass ich rauche.»

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    Ich kam nach Slavutych, um die unverfälschte sowjetische Architektur der Stadt zu fotografieren. Es war todlangweilig. Eines Abends jedoch traf ich während eines Spaziergangs im Park Yulia: eine junge Frau aus der Stadt. Sie war betrunken, knutschte mit einem Typen und sagte zu mir: «Du kannst fotografieren, was immer du willst, solange meine Mutter nicht erfährt, dass ich rauche.»

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  • 04_PhotoNielsAckermann_20120904 word photo low_res

    Das 40 Kilometer von Tschernobyl entfernte und 25 000 Einwohner zählende Slavutych wurde von der UdSSR nach der Atomkatastrophe gebaut, um Arbeitskräfte in der Nähe des Reaktors zu halten.

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    Das 40 Kilometer von Tschernobyl entfernte und 25 000 Einwohner zählende Slavutych wurde von der UdSSR nach der Atomkatastrophe gebaut, um Arbeitskräfte in der Nähe des Reaktors zu halten.

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  • 02_PhotoNielsAckermann_20120212 word photo low_res

    Bis ins Jahr 2000 produzierte das Atomkraftwerk in Tschernobyl weiterhin Elektrizität, und Slavutych profitierte weitgehend davon. Seit damals arbeiten noch 3000 Menschen in der Atomanlage, um eine neue Schutzhülle aufzubauen und die Gegend zu säubern.

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    Bis ins Jahr 2000 produzierte das Atomkraftwerk in Tschernobyl weiterhin Elektrizität, und Slavutych profitierte weitgehend davon. Seit damals arbeiten noch 3000 Menschen in der Atomanlage, um eine neue Schutzhülle aufzubauen und die Gegend zu säubern.

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  • 05_PhotoNielsAckermann_20121229 word photo low_res

    Als ich Yulia kennenlernte, war sie 23, arbeitslos und verbrachte ihre Nächte mit Feiern und x-beliebigen Typen. Ihr Traum war es, einen Amerikaner kennenzulernen und in die USA auszuwandern, aber meistens vertrödelte sie ihre Zeit mit einheimischen Skatern.

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    Als ich Yulia kennenlernte, war sie 23, arbeitslos und verbrachte ihre Nächte mit Feiern und x-beliebigen Typen. Ihr Traum war es, einen Amerikaner kennenzulernen und in die USA auszuwandern, aber meistens vertrödelte sie ihre Zeit mit einheimischen Skatern.

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  • 07_PhotoNielsAckermann_20130101 word photo low_res

    Yulia stellte mich all ihren Freunden vor und gab mir so die Möglichkeit, das Leben von jungen Menschen in einer Stadt zu dokumentieren, die viele Ukrainer «Stadt der Teenager» nennen.

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    Yulia stellte mich all ihren Freunden vor und gab mir so die Möglichkeit, das Leben von jungen Menschen in einer Stadt zu dokumentieren, die viele Ukrainer «Stadt der Teenager» nennen.

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  • 08_PhotoNielsAckermann_20121230word photo low_res

    Einer ihrer engsten Freunde war Kiril, eine hinreissende Mischung aus Sid Vicious und Casanova, mit dem sie flirtete, was das Zeug hielt. Seine Arbeit am Reaktorblock 4 in Tschernobyl bescherte ihm zwei Wochen Ferien pro Monat. Diese freie Zeit verbrachte er meistens in Slavutych, wo er sich mit jungen Frauen und Wodka umgab.

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    Einer ihrer engsten Freunde war Kiril, eine hinreissende Mischung aus Sid Vicious und Casanova, mit dem sie flirtete, was das Zeug hielt. Seine Arbeit am Reaktorblock 4 in Tschernobyl bescherte ihm zwei Wochen Ferien pro Monat. Diese freie Zeit verbrachte er meistens in Slavutych, wo er sich mit jungen Frauen und Wodka umgab.

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  • 06_PhotoNielsAckermann_NAK_8775_gwp_low_res

    «Yulias letzter Freund war mein bester Freund. Er war wie ein Bruder für mich. Wir spielten auf einem Balkon im fünften Stock. Er hängte sich über das Geländer, und ich war zu betrunken, um ihn festzuhalten …» Kiril war so alkoholisiert, während er über Serguey sprach, dass ich nicht sagen konnte, ob er lachte oder weinte.

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    «Yulias letzter Freund war mein bester Freund. Er war wie ein Bruder für mich. Wir spielten auf einem Balkon im fünften Stock. Er hängte sich über das Geländer, und ich war zu betrunken, um ihn festzuhalten …» Kiril war so alkoholisiert, während er über Serguey sprach, dass ich nicht sagen konnte, ob er lachte oder weinte.

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  • 09_PhotoNielsAckermann_20120605 word photo low_res

    Nach Monaten endloser Partys traf Yulia auf Zhenya, einen ruhigen, starken Typ. Sie zogen nach zwei Wochen zusammen, und Yulia trennte sich von Kiril.

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    Nach Monaten endloser Partys traf Yulia auf Zhenya, einen ruhigen, starken Typ. Sie zogen nach zwei Wochen zusammen, und Yulia trennte sich von Kiril.

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  • 03_PhotoNielsAckermann_20120413 word photo low_res

    Zur selben Zeit, als sie Zhenya kennenlernte, fand Yulia einen Job in der Immigrationsabteilung der Stadt. Sie wollte all ihre Energie in den Job stecken, aber fand schnell heraus, dass ihr das nichts bringen würde.

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    Zur selben Zeit, als sie Zhenya kennenlernte, fand Yulia einen Job in der Immigrationsabteilung der Stadt. Sie wollte all ihre Energie in den Job stecken, aber fand schnell heraus, dass ihr das nichts bringen würde.

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  • 14_PhotoNielsAckermann_20130619 word photo low_res

    Im Dezember 2013 fragte Zhenya Yulia, ob sie ihn heiraten wolle. Seine Mutter wählte das Datum mithilfe ihres astrologischen Kalenders.

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    Im Dezember 2013 fragte Zhenya Yulia, ob sie ihn heiraten wolle. Seine Mutter wählte das Datum mithilfe ihres astrologischen Kalenders.

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  • 16_PhotoNielsAckermann_20130619 word photo low_res

    Yulia: «Vielleicht ist mein Kleid etwas zu durchsichtig. Ich werde mir hautfarbene Unterwäsche besorgen.»

    Sie tat es nicht!

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    Yulia: «Vielleicht ist mein Kleid etwas zu durchsichtig. Ich werde mir hautfarbene Unterwäsche besorgen.»

    Sie tat es nicht!

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  • 12_nielsackermann_NAK_6289_

    Kurz nach der Hochzeit begann Yulia, über ein Baby nachzudenken. Sie ernährte sich bewusster und versuchte, mit dem Rauchen aufzuhören … das war zu viel.

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    Kurz nach der Hochzeit begann Yulia, über ein Baby nachzudenken. Sie ernährte sich bewusster und versuchte, mit dem Rauchen aufzuhören … das war zu viel.

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  • 12_PhotoNielsAckermann_20130622 word photo low_res

    Yulia: «Ich dachte seit dem Tag unserer Hochzeit über eine Scheidung nach.»

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    Yulia: «Ich dachte seit dem Tag unserer Hochzeit über eine Scheidung nach.»

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  • 18_PhotoNielsAckermann_20130604 word photo low_res

    Kiril und Nadia – ein Mädchen, mit dem er seit drei Monaten zusammen war – sollten zur gleichen Zeit heiraten wie Yulia und Zhenya. Leider wurde die Hochzeit zwei Wochen vor dem grossen Tag abgesagt.

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    Kiril und Nadia – ein Mädchen, mit dem er seit drei Monaten zusammen war – sollten zur gleichen Zeit heiraten wie Yulia und Zhenya. Leider wurde die Hochzeit zwei Wochen vor dem grossen Tag abgesagt.

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  • 10_PhotoNielsAckermann_20130603word photo low_res

    Yulia war gelangweilt von ihrem unterbezahlten Job in der Verwaltung und kündigte. Sie begann, für Novarka zu arbeiten – die Firma, die den neuen Sarkophag um den zerstörten Reaktor in Tschernobyl baute.

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    Yulia war gelangweilt von ihrem unterbezahlten Job in der Verwaltung und kündigte. Sie begann, für Novarka zu arbeiten – die Firma, die den neuen Sarkophag um den zerstörten Reaktor in Tschernobyl baute.

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  • 16_nielsackermann_NAK40080_

    Wie viele junge Menschen in ihrer Stadt muss sie die Fehler ihrer Vorfahren ausbaden.

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  • 13_PhotoNielsAckermann_20130224 word photo low_res

    Yulia mag ihren neuen Job, aber das Leben mit Zhenya frustriert sie. Es ist nicht so romantisch, wie sie es sich vorgestellt hat – zum Teil auch, weil ihr Ehemann es liebt, seine Nächte mit Videospielen zu verbringen.

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    Yulia mag ihren neuen Job, aber das Leben mit Zhenya frustriert sie. Es ist nicht so romantisch, wie sie es sich vorgestellt hat – zum Teil auch, weil ihr Ehemann es liebt, seine Nächte mit Videospielen zu verbringen.

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  • 18_nielsackermann_NAK_1903_

    Während Yulia erwachsen wurde, machte auch ihr Land eine grosse Veränderung durch: Durch eine tödliche Revolution, gefolgt von einem Krieg, gestaltet die ganze Nation ihre eigene Zukunft.

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    Während Yulia erwachsen wurde, machte auch ihr Land eine grosse Veränderung durch: Durch eine tödliche Revolution, gefolgt von einem Krieg, gestaltet die ganze Nation ihre eigene Zukunft.

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  • 19_nielsackermann_NAK_6074_

    Im letzten Winter haben sich Yulia und Zhenya scheiden lassen. Sie hat wieder mit Zufallsbekanntschaften angefangen und will weg aus Slavutych.

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    Im letzten Winter haben sich Yulia und Zhenya scheiden lassen. Sie hat wieder mit Zufallsbekanntschaften angefangen und will weg aus Slavutych.

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  • 20_PhotoNielsAckermann_20120605word photo low_res

    «Gewollt war das Beste, aber es kam wie immer.»
    Wiktor Tschernomyrdin (ehemaliger russischer Ministerpräsident)

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    «Gewollt war das Beste, aber es kam wie immer.»
    Wiktor Tschernomyrdin (ehemaliger russischer Ministerpräsident)

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Die Kinder von Tschernobyl sind erwachsen

Die Reportage beschreibt die Geschichte der Jugendlichen von Slavutych. Sie sind so alt wie ihre verwünschte Stadt und fest entschlossen, den Schatten der Vergangenheit zu entfliehen und die Fehler ihrer Eltern wieder gut zu machen, um sich auf diese Weise trotz der trüben Aussichten eine bessere Zukunft aufzubauen. Es ist die Geschichte von Yulia, Kiril, Katya, Zhenya und ihren Freunden. Wir folgen ihnen auf dem Weg des Erwachsenwerdens: von zahllosen Partys, bei denen literweise Wodka fliesst, vergeblichen Romanzen und – in einigen Fällen – dem Tod, über jugendliche Unbekümmertheit bis hin zum geregelten, aber etwas langweiligen Dasein eines verheirateten Angestellten. Werden sie an ihren Träumen festhalten können, während sie mit den Realitäten ihrer Stadt und ihres Landes konfrontiert werden?


Nils Ackermann über seine Arbeit

«Willkommen in der Stadt der Teenager!» Diese Fotoreportage ist eine Geschichte, die uns alle beschreibt: eine Geschichte über das Erwachsenwerden – eines unserer alltäglichsten und gleichzeitig prägendsten Abenteuer.

Stepan, der junge Tätowierer, trifft mit seiner Beschreibung von Slavutych den Nagel genau auf den Kopf. In dieser 25 000 Einwohner zählenden Stadt, die infolge der Tschernobyl-Katastrophe mitten im Wald aus dem Boden gestampft wurde, leben die letzten Menschen, die auch heute noch in dem zerstörten Kraftwerk arbeiten. Angesichts der Tatsache, dass zwei Drittel ihrer Bevölkerung unter 15 Jahre alt sind, handelt es sich bei Slavutych auch gleichzeitig um die jüngste Stadt der Ukraine.*

Wenn bis 2017 keine andere einträgliche Einkommensquelle gefunden wird, verliert die Stadt im Jahr der Fertigstellung des letzten grossen Projekts in Tschernobyl ihre einzigartige Daseinsberechtigung. Wenngleich einige Einwohner der Stadt nach wie vor an ihre Zukunft glauben, besteht für Slavutych durchaus die Gefahr, sich Schritt für Schritt zu einer weiteren Geisterstadt zu entwickeln.

(* Daten aus dem Jahr 2002)


Zur Person

Niels Ackermann arbeitet seit 2007 als Fotograf bei der Agentur Rezo und ist Student der Politikwissenschaft an der Universität Genf. Er interessiert sich vor allem für die politische Fotografie und die Gesellschaftsreportage. Neben regelmässigen Aufträgen für die Medien und verschiedene Organisationen realisiert Niels Ackermann gegenwärtig ein langfristiges Fotoprojekt über die Besonderheiten des demokratischen Systems in der Schweiz. Er befasst sich auch intensiv mit den institutionellen Umbrüchen im Osten Europas, insbesondere in der Ukraine.

Ackermann arbeitet hauptsächlich für die Schweizer Presse: L'Illustré, l'Hebdo, le Temps, die Neue Zürcher Zeitung, Sonntags Zeitung, die Weltwoche und Tages Anzeiger aber auch für ausländische Medien wie The Financial Times, The New York Times, Le Monde, L’Express.

Im Jahr 2010 erreichte er den zweiten Platz am Swiss Press Award für seine Reportage über Paparazzi und wurde zweimal für die Joop Swart Masterclass nominiert, die sich an junge Reportage-Talente richtet.

www.nack.ch Weitere Preisträger Interview mit Manuel Bauer
Porträt Niels Ackermann (Lê Bui)  World Photo

Fotograf: Lê Bui

Reportage «Julia oder eine ukrainische Jugend» von Nils Ackermann

Reportage «Une autre image de l’Ukraine» von Nils Ackermann

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